Bruxismus bezeichnet das unbewusste Zähneknirschen oder Zähnepressen, meist während des Schlafes, teilweise auch tagsüber. Dabei kommt es zu einer übermäßigen Aktivität der Kaumuskulatur, insbesondere des Musculus masseter. Diese dauerhafte Überbelastung kann zu Zahnschäden, Muskelverhärtungen, Schmerzen im Kiefer- und Gesichtsbereich, Kopfschmerzen sowie Funktionsstörungen des Kiefergelenks führen.
Kostenübernahme:
Die Kosten für die Behandlung werden im Regenfall nicht von der Krankenkasse übernommen. Gleiches gilt für eventuell nötige werdende Folgebehandlungen.
Masseter Behandlung mit Botulinumtoxin
Botulinumtoxin Typ A (bekannt als “Botox”) ist ein medizinisch seit Jahrzehnten eingesetzter Wirkstoff, der die Übertragung von Nervenimpulsen auf Muskeln gezielt hemmt. Nach der Injektion in die überaktiven Kaumuskeln blockiert das Botulinumtoxin die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte. Dadurch wird die Muskelaktivität vorübergehend reduziert.
Im Rahmen der Bruxismus Behandlung führt diese gezielte Abschwächung der Muskelkraft dazu, dass das unbewusste Pressen und Knirschen deutlich vermindert wird. Die Muskulatur kann sich entspannen, wodurch Schmerzen, Verspannungen und Folgeschäden an Zähnen und Kiefergelenken reduziert werden. Die normale Funktion des Kauens bleibt dabei erhalten, da lediglich die übermäßige Kraftentwicklung abgeschwächt wird.
Die Wirkung setzt in der Regel innerhalb von 3 bis 7 Tagen ein, erreicht ihr Maximum nach etwa 2 bis 3 Wochen und hält durchschnittlich 3 bis 6 Monate an. Danach regenerieren sich die Nervenendigungen, und die Muskelaktivität nimmt langsam wieder zu, sodass eine erneute Behandlung möglich und bei Bedarf sinnvoll ist. Die Behandlung erfolgt lokal durch Injektionen in die betroffenen Kaumuskeln und ist in der Regel gut verträglich. Ziel ist eine nachhaltige Entlastung der Muskulatur und der damit verbundenen Beschwerden, nicht eine vollständige Lähmung.
Ablauf der Behandlung:
Die Behandlung dauert je nach Umfang nur wenige Minuten und wird im Normalfall ohne Betäubung durchgeführt. Mit Hilfe einer feinen Nadel werden kleine Mengen des Wirkstoffes in oder den zu behandelnden Muskel unter die Haut eingespritzt. Dabei kann es zu einem schwachen Einstich- bzw. Spannungsschmerz kommen, der durch das Einbringen des Wirkstoffes verursacht wird. Die Einstichstelle ist nachfolgend wenig auffällig. Lediglich kleinste Blutungen oder Umgebungsrötungen, die bei jeder anderen örtlichen Injektion auch auftreten, sind möglich. Eventuell auftretende blaue Flecken können zunächst gekühlt und anschließend mit einem Make-up abgedeckt werden. Im Normalfall können Sie Ihre tägliche Routine direkt wieder aufnehmen.
Prognose
Die Behandlung von Bruxismus mit Botulinumtoxin führt bei den meisten Patientinnen und Patienten zu einer deutlichen Reduktion von Muskelspannung, Knirschen und schmerzbedingten Beschwerden. Die Wirkung ist zeitlich begrenzt und hält in der Regel mehrere Monate an. Bei regelmäßiger Anwendung kann sich das Beschwerdebild langfristig stabilisieren und Folgeschäden an Zähnen und Kiefergelenken können verringert werden. Ein vollständiges Ausheilen der zugrunde liegenden Ursachen des Bruxismus ist jedoch nicht garantiert.
Behandlungsalternativen
Zur Behandlung von Bruxismus stehen neben der Therapie mit Botulinumtoxin verschiedene alternative und ergänzende Maßnahmen zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere Aufbissschienen (Knirscherschienen) zum Schutz der Zähne, physiotherapeutische Maßnahmen zur Muskelentspannung, Stress- und Entspannungsverfahren, medikamentöse Schmerz- oder Muskelrelaxation Therapien sowie zahnärztliche oder kieferorthopädische Korrekturen bei Fehlstellungen. Welche Therapie im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Ursache, dem Schweregrad der Beschwerden und individuellen Faktoren ab. Die Behandlung mit Botulinumtoxin stellt eine optionale, nicht zwingend notwendige Therapieform dar.

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